Testkennzahlen · Wahrscheinlichkeit · Befund
95 Prozent spezifisch. Was sagt das über Deinen Befund?
Eine hohe Prozentzahl klingt eindeutig. Für die Bedeutung eines Befunds zählt aber auch, wie häufig die untersuchte Erkrankung in der getesteten Gruppe vorkommt.
Redaktion: VMK GmbH · 7. November 2026

Die Bezugsgruppe entscheidet
Sensitivität beschreibt, welcher Anteil der tatsächlich erkrankten Personen durch einen Test erkannt wird. Spezifität beschreibt den Anteil der tatsächlich nicht erkrankten Personen, deren Ergebnis negativ ausfällt. Beide Kennzahlen betrachten also unterschiedliche Ausgangsgruppen. [1] [2]
Die Frage nach einem auffälligen Befund lautet dagegen: Wie viele der positiv getesteten Personen sind tatsächlich erkrankt? Dafür reichen Sensitivität oder Spezifität allein nicht aus. Das folgende Beispiel rechnet die Gruppen ausdrücklich auseinander.
Ausschließlich hypothetisches Rechenbeispiel
10.000 Personen. Vier Ergebnisgruppen.
Frei gewählte Annahmen: 1 % Erkrankungshäufigkeit in der Gruppe, 90 % Sensitivität und 95 % Spezifität. Das sind keine Leistungsdaten von PanTum Detect® oder eines anderen konkreten Tests.
| Ausgangsgruppe | Auffällig | Unauffällig |
|---|---|---|
| 100 tatsächlich erkrankte Personen | 90 | 10 |
| 9.900 tatsächlich nicht erkrankte Personen | 495 | 9.405 |
| Zusammen | 585 | 9.415 |
In dieser Modellgruppe sind 90 von 585 auffälligen Ergebnissen tatsächlich mit der Erkrankung verbunden: rund 15,4 %. Trotz 95 % Spezifität lautet die gesuchte Wahrscheinlichkeit hier also nicht 95 %. Andere Annahmen ergeben andere Werte.
Was Du bei einer Prozentangabe fragen kannst
- Welche Kennzahl wird genau genannt, und auf welche Gruppe bezieht sie sich?
- Wer wurde untersucht – etwa Menschen mit Beschwerden, eine Risikogruppe oder eine Gruppe ohne Symptome?
- Wie wurden auffällige und unauffällige Ergebnisse überprüft?
- Welche weitere Diagnostik ist bei einem auffälligen Ergebnis vorgesehen?
Diese redaktionelle Checkliste hilft, eine veröffentlichte Zahl nicht vorschnell auf die eigene Situation zu übertragen. Das Beispiel ist ein Lernmodell und keine Berechnung Deines persönlichen Krebsrisikos.
Ein Ergebnis braucht den passenden nächsten Schritt
Das NCI erläutert allgemein für Krebs-Screenings: Ein positives Screening allein stellt keine Krebsdiagnose; ein negatives Ergebnis kann eine Erkrankung übersehen. Weitere Abklärung beziehungsweise etablierte Vorsorge bleiben deshalb eigenständige Fragen. Diese allgemeine Einordnung ist keine produktspezifische Leistungsbewertung. [3]
Quellen und Stand
Originalquellen, redaktionell geprüft am 7. November 2026.
Allgemeine Gesundheitsinformation. Die Modellzahlen dienen ausschließlich der Erklärung von Testkennzahlen und dürfen nicht als PanTum-Leistungswerte oder persönliche Diagnose verwendet werden.